Hurra, wir surfen auf der Flüchtlingswelle!

Wir haben ja hier in Thüringen so gut wie keine Erfahrungen mit Flüchtlingen. Wenn man mal von den Wirtschaftsflüchtlingen absieht, welche aus dem Westen nach der Wende zu uns kamen, um im Osten ihr unternehmerisches Glück zu finden. Und die meisten fanden es auch, denn das Glück hörte damals auf die Namen Fördergeld, Seilschaften und strunzdumme Arbeitnehmer, welche sich für einen Lohn verdingten, der in den alten Bundesländern zu brennenden Konzernzentralen und mit Managern behangenen Laternen geführt hätte. Man kann es auch verknappen auf die Aussage, die blühenden Landschaften blühen vor allem deshalb, weil man sie mit der Asche gesellschaftlich verburnouteter Arbeitnehmer düngte.

Wir haben ja hier in Thüringen so gut wie keine Erfahrungen mit Flüchtlingen. Der Einzige Schwarze, welcher hier in letzter Zeit meinen Weg kreuzte, war zwar auch sowas wie ein Asylant, doch bei weitem hatte er nicht das Zeug zum Aufreger an heimischen Stamm- und Küchentischen, denn es handelte sich nur um ein Grauhörnchen, dem Eichhörnchen sehr ähnlich, nur eben nicht rot gefärbt, sondern dunkelgrau bis ziemlich nah am schwarz. Nun heißt es zwar, die Grauhörnchen würden die Eichhörnchen nach und nach in Deutschland verdrängen, doch habe ich selbst noch an keinem Montag hier einen Demonstrationszug durchs Städtchen ziehen sehen, welcher den Untergang der abendländischen Eichhörnchen beklagte. Kein Eichhörnchen schrie “Ausländer raus!” und es gibt wahrscheinlich auch keinen Verein namens EIGIDNA (Eichhörnchen gegen die Infiltrierung Deutscher Nagetiere). Die Montagabende sind hier harmonisch und man muss Dienstag morgens keine Eichel- und Haselnussschalen an den Bordstein kehren.

Wir haben ja hier in Thüringen so gut wie keine Erfahrungen mit Flüchtlingen. Wenn man mal von den Thüringern absieht, welche vor der Realität, dem Augenscheinlichen und dem damit verbundenen Handeln fliehen. Und die Realität sagt nun mal, den Menschen zieht es dahin, wo er satt wird, ein Dach überm Kopf hat und sich diesen mit Satellitenfernsehen zumüllen lassen kann. Da liegt Old Germany natürlich auf den vorderen Plätzen, denn von dem Fressen, was hier in die Tonne landet, lassen sich ganze Völker nähren. Und solange Wohnungen wegen Leerstand – und wohl auch um horrende Mieteinnahmen nicht zu verlieren – in Deutschland abgerissen werden, gibt es auch noch genug Dächer, welche ihren Aufgaben gemäß Schutz bieten sollten. Und unsere Privatsender haben ein so hohes Verblödungspotential, das reicht allemal noch für ein paar Hunderttausend Menschen mehr.

Wir haben ja hier in Thüringen so gut wie keine Erfahrungen mit Flüchtlingen. Ich selbst habe zur Thematik keine in Beton gegossene Meinung. Rein rechnerisch ist die Bundesrepublik ja nun einmal irgendwann voll, so dass der Gedanke vom GröFaZ  und Postkartenbeschmierer Adolf Hitler vom Raum im Osten beinahe seherische Qualitäten offenbart. Auch wenn man in Anbetracht der Geschichte nicht davon ausgehen darf, dass Hitler plante, im Ruhestand befindlich ehrenamtlich bei der UNO-Flüchtlingshilfe mitzuarbeiten. Andererseits befällt mich aber auch keine größere Unruhe, beim Gedanken, neue fremdländische Mitbürger zu bekommen. Arschlöcher und deren Antagonisten sind doch sehr gleichmäßig verteilt unter den Rassen und Religionen. Da können durchaus also auch angenehme Charaktere bei sein. Und wer sich dennoch nicht benimmt, der muss beim nächsten Straßenfest am Katzentisch sitzen. Und zu der landläufigen Meinung, die Ausländer nehmen den Deutschen die Frauen weg, kann ich nur sagen, ich kenne Thüringer Ehemänner, die würden dafür glatt einen Huni hinlegen. Und somit hätten die Neuankömmlinge auch ein regelmäßiges Einkommen.

09/2015 ©kolumnistenschwein.de

2 Gedanken zu “Hurra, wir surfen auf der Flüchtlingswelle!

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